Das Leben als Autorin | in Progress

Thank u, next

28. November 2018

Nach dem Buch ist vor dem Buch ist nach dem Buch ist vor dem Buch ist …

So, oder so ähnlich fühlt es sich zumindest für mich an. Während ‚Morgen irgendwo am Meer‚ in den letzten Überarbeitungsphasen steckt, hänge ich noch voll im Lektorat meines Piper-Babys und schreibe das Exposé für das 5. Jugendbuch. Mit anderen Worten, ich stecke immer gedanklich irgendwie in einem Projekt und oft liegt es noch so weit in der Zukunft, dass ich manchmal die Gegenwart etwas verpasse.

Während andere an Weihnachten und Neujahr denken, sind es bei mir Abgabe- und Erscheinungstermine, die den Jahresrhythmus bestimmen. Und weil alles irgendwie auf magische Art und Weise überlappt, habe ich beschlossen jedes abgeschlossene Romanprojekt anständig zu feiern – auch wenn ich bereits mitten im nächsten stecke.

Während Romy, Konrad, Julian und Nele also gerade auf die Zielgerade zuhetzen, steckt Karla mitten in ihrer Geschichte und am Horizont entstehen bereits Figuren, deren Geschichte ihr erst 2020 zu lesen bekommt. Ein bisschen verwirrend, nicht wahr?

 

Aber unter keinen Umständen würde ich etwas daran ändern wollen.

 

Nun ist es also wieder soweit. Eine frische Geschichte, die mich mit einer ziemlich heftigen Wucht überrascht hat, bekommt wohl ein Zuhause (noch ist nichts in trockenen Tüchern, aber bleiben wir optimistisch) und ich freue mich sehr darauf die Figuren zu entwickeln, ihre Leben mit Details auszuschmücken, die es nie ins fertige Buch schaffen, für mich beim Schreiben aber dennoch unendlich wichtig sind. Und sobald ich die richtigen Namen für sie gefunden habe, werde ich wieder tagelang dümmlich lächelnd durchs Leben schlendern.

Es ist diese Art der Vorfreude auf ein neues Manuskript, die mich jedes Mal daran erinnert, wieso ich diesen Job über alles liebe. Weil es im Bauch, dem Herzen und den Fingern kribbelt, weil ich jetzt noch nicht ahne, welche Probleme das Schreiben mit sich bringt oder welche Plotholes ich mir legen, nur um sie dann nachts um 3 auszubessern, bevor ich weinend und mit Schokolade auf der Couch meine Bewerbung zur Metzgereifachverkäuferin abschicken will. Das alles weiß ich jetzt noch nicht. Und das ist gut so, sonst würde ich wohl eher zögernd und angstvoll in das neue Schreibabenteuer starten. Stattdessen sitze ich aufgeregt hier, mache mir Notizen auf alle möglichen noch so kleinen Papierfetzen und verbringe Stunden bei Pinterest um die passenden Gesichter für meine Figuren zu finden. Es ist herrlich, auch wenn es für Außenstehende vielleicht etwas merkwürdig aussehen mag. Ich fühle mich ein bisschen so …

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Und wie jedes Mal, wenn es an eine neue Geschichte geht, hoffe ich, dass ihr mich begleitet, nach der letzten Seite glücklich das Buch zuschlagt und zufrieden das Cover streichelt. Ich werde dann vermutlich schon mit dem Kopf in der Zukunft sein, aber für den Moment halt ich die Gegenwart fest und freue mich, genau hier zu sein.