Das Leben als Autorin | in Progress

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24. Juli 2018

BOOM! ENDE! AUS! FERTIG!

Was ein Ritt. Was ein Projekt. Und jetzt ist es endlich fertig.

Inzwischen benutzen wir Schriftsteller das Wort ‚Herzensprojekt‚ ja fast schon inflationär, deswegen zögere ich, dieses Wort zu schreiben. Es wäre aber gelogen, zu behaupten, dieses Projekt wäre mir nicht sehr wichtig.

Hier kurz* zur Entstehungsgeschichte:

2005 habe ich meinen Abschluss als Drehbuchautorin gemacht. Ziel war es, in der Zeit des Studiums ein Drehbuch zu beenden – und das habe ich getan. So, wie man es von mir gewohnt ist, war es natürlich ein Roadmovie. Die Option dafür habe ich keine zwei Tage nach der Abschlussfeier an eine berliner Produktionsfirma verkauft, mit denen ich dann zwei Jahre lang zusammen gearbeitet habe. Andere Projekte sind dabei entstanden, aber mein Drehbuch blieb auf der Strecke. Die Rechte kamen zu mir zurück, als wäre es immer so geplant.

Seit dem habe ich immer wieder daran gearbeitet, es an Kollegen gegeben, die damit ihr Glück bei verschiedenen Produktionsfirmen probiert haben. Inzwischen habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich es überarbeitet habe. Gänzlich zufrieden war ich nie.

Als Lieblingsmomente 2013 an den Piper Verlag ging, habe ich meiner Lektorin von diesem Drehbuch erzählt und sie war sofort begeistert, fragte, ob wir es nicht zusammen machen wollen. Irgendwann. Wenn die Zeit und ich soweit sind.

Es vergingen Jahre, in denen andere Projekte meine Aufmerksamkeit verlangt haben und doch habe ich dieses kleine, feine Drehbuch nie vergessen. Es saß quasi immer hier mit mir im Büro, hat artig gewartet, bis es an der Reihe war und hat sogar Vordränglerprojekte lächelnd durchgewunken. Fast so, als wollte es sagen: ‚Mach nur, ich warte hier.‘

Weil es bereits ein Drehbuch dazu gab, dachte ich in meiner verträumten Realität, es wäre ein Klacks das Baby in Romanform zu bringen. Vergessen habe ich dabei, dass ich nicht mehre 25 Jahre alt bin, das Drehbuch damals die Themen angesprochen hat, die mir damals eben wichtig waren. Inzwischen treiben mich ganz andere Sorgen und Gedanken um. Die Figuren haben sich verändert (zwei wechselten sogar das Geschlecht) und die Themen haben sich mir, meiner Position im Leben und den Erfahrungen, die ich in den letzten 13 Jahren gemacht habe, angepasst.

Wie sagte schon der Doctor so treffend?

But times change. And so must I.

 

 
Dadurch wurde es natürlich um einiges persönlicher, als ich erwartet hatte. Viel persönlicher.
Beim Schreiben habe ich gelacht, geweint, gehofft, wieder gelacht, gegrinst, geschmachtet und war am Ende ‚emotionsleer‘, weil so viel davon im Text gelandet ist. Und genau so sollte es sein.
Was lange währt, wird endlich gut, oder?

Jetzt bin ich damit zufrieden.

Es ist noch immer das Drehbuch von 2005. Irgendwie. Und doch ist es inzwischen so viel mehr. Mehr ‚ich‘. Mehr ‚wir, als Familie‘ und mehr Erinnerungen an die Menschen, die ich Tag für Tag vermisse, weil sie nicht mehr hier sind.

Wenn der Roman erscheint, werdet ihr beim Lesen hoffentlich ebenso viel lachen, wie ich beim Schreiben und nach der letzten Seite glücklich grinsen.

Bis dahin,

ALLONS-Y!

 

 

 

*okay, war jetzt nicht so kurz. Ooops.