Day 7

Kennt man doch, oder? Kurz bevor es ernst wird, grätscht die Gesundheit noch mal dazwischen. Ich bin da leider keine Ausnahme. Ich neige ja bekanntlich dazu, mir zu viele Gedanken zu machen. Wenn das passiert, schlägt es mir auf den Magen. Nur soviel: nicht mein Heldentag. Trotzdem, nach zahllosen Toast, Wasser und einem Tee, habe ich mich dann doch noch mal an das Buch gesetzt und siehe da: es lief. Die Protagonisten haben sich getroffen und (wie sollte es anders sein) sie mögen sich nicht. Dafür liebe ich sie. Weil sie so verschieden sind. Weil sie sich gar nicht mögen können und weil sie so viel mehr gemeinsam haben, als sie ahnen. Es ist gemein, aber an diesem Punkt, wenn man als Autor so viel mehr weiß und die Figuren sich noch etwas wehren, rumzicken und sich wie Kleinkinder benehmen, da nickt man nur nachsichtig und denkt “Wartet ihr nur, bis wir auf Seite 220 sind. Ihr werdet mir noch danken.” Es ist ein sehr persönliches Buch. Nicht nur, weil die Geschichte seit 10 Jahren ein Teil von mir ist, sondern weil es so viel gibt, was mich an Menschen erinnert, die leider nicht mehr ein Teil meines Lebens sind. Das schmerzt manchmal. Aber meistens macht es mich glücklich, weil sie sich so näher anfühlen. Als wären sie noch immer da. Morgen wird es eine Schreibpause geben, weil ich tatsächlich mit echten Menschen in Kontakt trete. Ganz ohne Social Media. WHAT? Ja, ehrlich. Aber dann geht es wie gewohnt weiter! Gefühl: Läuft! Richtung: Ahnungslos.