Day 25

Das Schöne am täglichen Abschied von der Sonne, ist das Wissen, dass sie morgen wieder da sein wird. Selbst dann, wenn sich ab und an mal ein paar Wolken davor drängen. Gestern hatte ich meinen “day off”. Kein Blogeintrag, keine Gedanken an das Scheiben, diese Geschichte und das potentielle Scheitern. Wenn sich zu viele Gedanken im Mixer befinden, wird der Smoothie nicht besonders schmackhaft. Musste ich wieder lernen. Ein Mann, den ich als persönliche Inspiration gefunden habe, sagt ganz richtig, dass es keinen direkten oder einfachen Weg zum Ziel gibt. Man schwing von Liane zu Liane und erlebt unterwegs Dinge, mit denen man zu Beginn der Reise nicht gerechnet hätte. Vielleicht hat er wirklich recht. Das Problem beim Schreiben dieser Geschichte war die Antwort auf die Frage: Für wen schreibst du sie? Ich mag einen gewissen Grad an Druck, brauche ihn vielleicht auch. Wer mich kennt, den überrascht es nicht, dass ich mir selber gerne zu viel Druck mache, an mir zweifele und vor Aufregung am liebsten das Land verlassen möchte. Ausnahmslos bei jeder Veröffentlichung. Wer mich nicht so gut kennt, der glaubt ich hab ne Sause an jedem Erscheinungstermin. Für wen schreibe ich diese, meine Herzensgeschichte also? Für den Verlag? Für euch Leser? Für mich? Für Zweifler? Ich habe letztes Jahr einen Menschen verloren, der die Welt für mich bedeutet hat. Die Lücke in meinem Leben ist noch immer da. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke. Für diese Person schreibe ich diese Geschichte, weil sie ihr damals gefallen hat. Weil ich weiß, dass sie vieles davon wieder erkennt und weil sie die beste, größte und schönste Motivation ist. Ob es das Buch am Ende der Reise zur Veröffentlichung schafft, werden wir sehen. Ob ich mich traue damit an die Leser zu treten oder nicht. Jetzt schreibe sie erstmal für ein Lächeln, das mich Tag für Tag begleitet. Status: neue Liane suchen! Gefühl: Jagen wir den nächsten Sonnenuntergang!