Day 23

Day 23. Wann habt ihr eigentlich zum letzten Mal Seifenblasen in die Welt gepustet? Nicht für eure Kinder oder für Nichten und Neffen. Für euch. Weil es eine nette Erinnerung ist und weil Seifenblasen einfach schön sind. Ja, ich weiß, man wird erwachsen und manche Dinge gehören eben in eine andere Zeit. So wie Schlaghosen und Buffalo Schuhe. Einer der Gründe, wieso ich schreibe, ist diese Hintertür zu anderen Teilen meines Leben. In meinem neuen Romanprojekt treffen zum ersten Mal verschiedene Generationen aufeinander und das gibt natürlich genug Gründe für eine kleine persönliche Zeitreise. Wie war das noch mal, als frischer Teenie? Wie wird es sein, wenn ich alt und grau bin? Von wem habe ich gelernt, wer hat mich beeindruckt, wer enttäuscht? Wenn man solche Romane schreibt, kann man nicht in eine Bibliothek marschieren und dort ein Buch zur Recherche lesen. Ich kann auch nicht in ein schickes, fremdes Land reisen und dort die Orte besuchen, an denen bestimmte Szenen spielen. Meine Recherche beginnt mit einer Seifenblase und endet damit Briefe von Menschen zu lesen, die mir unglaublich wichtig und nicht mehr da sind. Verzeiht, wenn dieser Beitrag etwas verwirrend ist, aber oft sind Gedanken beim Schreiben alles, nur nicht besonders klar. Aber wir Autoren folgen dem weißen Hasen und hoffen, dass die kiffende Raupe uns in Ruhe lässt, keine Herz Königin uns köpft und wir ein Ei von der Mauer schubsen. In diesem Sinne: be awesome! Status: Mit den verlorenen Jungs singen. Gefühl: Nicht erwachsen werden, Wendy!