Day 20

Abwasch, Müll runterbringen, Wäsche aufhängen, sinnlos im Internet surfen und natürlich zwei bis acht Folgen Doctor Who. Wer kennt es nicht? Gründe um nicht zu schreiben. Für gewöhnlich kriege ich das immer relativ schnell in den Griff und setze mich dann ab dem Nachmittag ernsthaft an den Rechner um zu schreiben. Es sei denn, man hängt an einer Szene fest, die sich noch nicht rund genug anfühlt. Vor der drückt man sich, weil es wie eine dieser fiesen Sanddünen am Strand ist. An einem sehr heißen Tag. Man sinkt ind en Sand, jeder Schritt ist schwer und am besten man ist barfuß unterwegs und verbrennt sich auch noch die Latschen. Juhu! Not. Vor genau einer solchen Düne habe ich mich heute den Großteil meines Tages gedrückt. Bis mir klar wurde, je länger ich mich davor verstecke, desto schwerer zu überwinden wird sie. Dabei liegt auf der anderen Seite doch der Strand und das Meer und eine Szene auf die ich mich freue. Dann kommt die ganze Story in Gang und der Humor darf zunehmen. Wieso also nicht erstmal mit einer Art “Gerüst” arbeiten? Perfekt ist beim ersten Entwurf doch sowieso nicht alles. Und siehe einer an, kaum habe ich diese Sanddünen-Szenen geschrieben, lief es viel besser und flüssiger und die Figuren scheinen es mir zu danken. Auch wenn sie gerade noch das tun was sie wollen und nicht das, was sie sollen. But that’s life I guess. Und so wie immer, wenn man gerade in die Story gefunden hat, ruft ab morgen wieder der Büroalltag und ich versinke in der Vorarbeit für Reiseführer zu Indien, den Süden Frankreichs und Venedig. Aber das pustet auch den Kopf frei und erinnert mich daran, dass es außer den fiktiven Figuren noch immer echte Menschen gibt, mit denen ich mich unterhalten sollte. Alles gar nicht so einfach, wenn man so viel Zeit mit Buchfiguren verbracht hat. Status: Home is where your story begins. Gefühl: Wo ist Laras Zuhause?