in Progress

5 Dinge, die ich als Autorin gerne vorher gewusst hätte

3. November 2017

Bei Twitter habe ich gesehen, dass einige Kollegen einen Beitrag zu „5 Dingen“ geschrieben haben und ich war sofort begeistert. Dann habe ich bemerkt, dass einige bei der Aufzählung dieser Dinge zu den negativen Erfahrungen gegriffen haben.

Ja, die machen wir alle und ja, sie helfen uns dabei in der Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen. Also habe ich gedachte, erzählst du von 5 positiven Dingen, die mich beim Schreiben überrascht haben. Ready? Here we goooo:

1) Das eigene Buch im Buchhandel zu sehen ist ein Gefühl, an das man sich niemals gewöhnen wird.

Jemand hätte mich warnen können, dass wildes Tanzes in verschiedenen Buchhandlungen eine von der Gesellschaft nicht anerkannte Reaktion ist. Aber im Ernst, als ich 2013 Lieblingsmomente zwischen all den anderen echten Büchern gesehen habe, wollte ich vor Freude schreien (und konnte nur mit viel Mühe dagegen ankämpfen). Aber wenn Träume wahr werden, ist da Herzrasen, Dauergrinsen und Tanzen absolut legitim. Übrigens hat sich das bei inzwischen 10 Verlagsbüchern noch immer nicht verändert und ich tanze noch immer, wenn ich die Buchbabys in der freien Wildbahn entdecke.

2) Überarbeiten macht tatsächlich Spaß.
Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich früher die Überarbeitungsphase gehasst habe. Freunde von mir erinnern mich heute noch gerne daran, als ich voller Überzeugung folgenden Satz über die Lippen gebracht habe: ‚Mein Buch braucht keine Überarbeitung.‘

And I have never been more wrong in my life!

Jedes Buch braucht irgendwann eine Überarbeitungsphase. Aber nachdem man 350 Seiten geschrieben hat, Worte auf Papier  und Gedanken in verständliche Sätze bringen musste, ist die Überarbeitung für mich inzwischen großer Spaß. Es ist wie das Würzen eines guten Gerichts, das Abschmecken. Man weiß, die Zwiebeln sind bereits gehackt, die Tränen überstanden, die Nudeln gekocht – der Löwenanteil der Arbeit liegt bereits hinter einem. Und jetzt geht es nur noch darum, es runder zu machen. Niemals hätte ich gedacht, dass es wirklich großen Spaß macht!

3) Die Begeisterung der Leser ist überwältigend.
Nachrichten, Mails, Briefe, Postkarten, Instagram-Posts oder Tweets von Lesern, die mit den Buchfiguren leiden, lachen und sich freuen, die voller Begeisterung Rezensionen schreiben, Bücher umarmen, auf Buchmessen für eine Widmung anstehen und einen kurz drücken wollen, weil man ihnen schönes Lesestunden und neue beste fiktive Freunde geschenkt hat, sind das BESTE überhaupt! Niemals hätte ich gedacht, dass meine Bücher Menschen erreichen, berühren und begeistern. Und niemals hätte ich gedacht, dass das Feedback einem so viel bedeutet. Es zieht aus dem Loch, wenn man vor einer Schreibblockade sitzt, es pusht einen, wenn man gerade wie von Sinnen schreibt und es lässt einen lächeln, wenn man einen miesen Tag hat.

Meinen ersten Brief einer Leserin habe ich gerahmt im Büro hängen. Als Erinnerung daran, dass da draußen Menschen meine Bücher lieben.

4) Man lernt die verrücktesten, kreativsten und spannendsten Personen kennen.
Ob Thomas Pegram, Anne Freytag, Ellen Dunne, die Bakers oder Kora aka M.E. (um nur einige zu nennen), ich habe sie alle durch das Schreiben kennengelernt. Was uns verbindet ist die Liebe zum Wort. Ob nun gesungen in einem Song, in einem Roman oder als Leser/Blogger auf der anderen Seite. So viele Momente auf Buchmessen, Conventions oder Lesungen, immer ein paar liebe Worte, große Pläne und Glückwünsche. Ich weiß, es gibt viel Neid und Missgunst in der Branche, aber wenn man sich mit den richtigen Leuten umgibt und die Lebensblase kreativ und bunt hält, prallt das alles an einem ab. Es macht so viel mehr Spaß zu schrieben, wenn man diese Menschen um sich hat.

5) Man muss nicht erwachsen werden.
Schaut mich an. 37 und trotzdem fliege ich mit den Verlorenen Jungs durch Nimmerland. Ich gehe auf Roadtrips mit Paula und Lewis, besuche mit Emma und Vincent Paris, verliebe mich an Laylas Seite in Tristan und wohne mit meinen besten Freunden im Knights Building.

Das macht den Ernst des ‚echten‘ Lebens zumindest für die Dauer eines Romans um einiges erträglicher.

 

Die Liste könnte ohne Zweifel noch länger sein, aber 5 war die Vorgabe und 5 Dinge habe ich genannt. Ich bin gespannt, welche Autorenkolleginnen ihre 5 Dinge nennen.

 

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