Das Leben als Autorin | in Progress

Aufs Herz hören!

1. August 2017

Heeeeello you beautiful, sexy people (und ja, das ist geklaut!),

heute unterbreche ich das Schreiben an einer Leseprobe, weil ich das dringende Bedürfnis empfinde, über etwas anderes zu schreiben.
Über das, was seit einigen Wochen in meinem Kopf und meinem Herzen passiert. Das klingt jetzt sehr viel medizinischer, als es ist. Vertraut mir da einfach.

Ich habe ein Manuskript beenden, die Deadline sowas von eingehalten (genau genommen 29 Tage vorher abgegeben – BOOM!) und mir für zwei Monate die Freiheit geschenkt an einer Geschichte zu schreiben, für die es keinen Vertrag – damit keinen Verlag und damit auch keine Leser gibt! Es ist nicht so, dass ich nicht bereits eine Deadline für das nächste Buch habe (und für das übernächste, wenn wir schon dabei sind). Aber diese zwei Monate schenke ich mir. Einfach so, weil diese Geschichte seit 2002 in meiner Schublade liegt und auf die Überarbeitung wartet. Ja, meine Agentur mag in den Stoff ebenso verliebt sein wie ich. Aber ist das eine Garantie dafür, dass es jemals erscheinen wird? Dass es jemals irgendjemand lesen wird?

 

Die berechtigte Frage lautet also: Wieso um alles in der Welt schreibe ich diese Geschichte?

Eine Weile habe ich darüber nachgedacht. Auch heute, als ich fast 5.000 Worte geschrieben habe. Und die einzige Antwort, die ich finde, ist mein Herz. Das wie verrückt hüpft, wann immer ich an den jungen Protagonisten denke, der mich seit fünfzehn Jahren begleitet und nie verschwunden ist. Natürlich ist es möglich, dass ich hier Zeit verschwende. Ich könnte die zwei Monate nutzen und recherchieren, damit ich nachher nicht den Stress habe. Aber ich möchte diese Geschichte schreiben. Obwohl ich Angst habe, dass selbst meine eingefleischten Leser an dieser Art Stories nicht interessiert sind. Und genau hier kommt das Herz wieder ins Spiel.
Weil es manchmal eben nicht darum geht, was die Buchwelt gerade als „Trend“ bezeichnet, was Verlage gerne hätten und was Leser erwarten. Weil es manchmal, wenn auch nur zwei Monate im Jahr, darum geht, was das Herz seit Jahren will.

Kann ich damit auf die Nase fallen? Ich bin mir sicher, dass irgendwo da draußen irgendjemand eine Wette gegen mich abschließt und dabei große Summen setzt.

 

Und trotzdem schreibe ich mit aufgeregtem Herzen und einem breiten Grinsen im Gesicht diese Geschichte! Vielleicht nicht mal für euch. Vielleicht einzig und alleine für mich. Aber so hat es doch irgendwann angefangen, oder? Was damals gut war, kann doch heute nicht schlecht sein. Deswegen freue ich mich auf dieses Abenteuer, dass in einer Sackgasse enden könnte.

Oder aber … wenn ich richtig Glück habe … irgendwann in eurem Buchregal.

 

Ich glaube, das Herz weiß manchmal ganz genau, wohin es geht.

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