Das Leben als Autorin

May the force be with you.

28. Dezember 2016

Pippa und ich sind heute sehr traurig.

Unsere Prinzessin ist verstorben. Viel zu früh. Viel zu schnell.

Verloren haben wir 2016 so viele Helden, mit denen wir aufgewachsen sind.

Sei es nun David Bowie, der uns den Soundtrack zu perfekten Abenden geschrieben hat. Uns und Charlie, der Hauptfigur meines absoluten Lieblingsbuchs ‚The perks of being a wallflower‚, der in der letzten Szene Bowies Hits ‚Heroes‘ hört.

Oder Alan Rickman, der als Professor Snape in ‚Harry Potter‘ so viele Kinder und Jugendliche begeistert hat. Und das obwohl er schon als Hans Gruber Bruce Willis das Leben (und das Sterben) ziemlich schwer gemacht hat und Kevin Costner als Sheriff von Nottingham jagte. Wir haben unsere Zauberstäbe, mit Tränen in den Augen, für ihn in den Nachthimmel gehalten.

Wie oft habe ich zu den Filmen vom fäusteschwingenden Bud Spencer gelacht und mit meinem Bruder die Sätze aus ‚Sie nannten ihn Mücke‘ mitgesprochen, während der Soundtrack von Oliver Onions lief?

Faust auf Faust ging es weiter, als Horst Schimanski aka Götz George für immer die große Bühne verließ und ein weiteres Loch in die deutsche TV-Seele riss.

Und dann habe ich oft viel zu laut und schrecklich schräg den Text von ‚Purple Rain‚ geschmettert und mich an der Luftgitarre vergriffen – dann hat 2016 zugeschlagen und uns Prince genommen. Da wussten wir noch nicht, dass er nicht die einzige ‚Hoheit‘ bleiben sollte, die gehen muss …

Jedes Weihnachten mindestens achtzehn Mal zu ‚Last Christmas‚ geschunkelt und Kollegen in den Wahnsinn getrieben. Bis zu 2016, als George Michaels letztes Weihnachten zu früh kam.

Die Liste ist mit diesen Namen leider bei weitem nicht komplett. Viel zu viel Namen wären noch zu nennen, aus der Literatur, der Filmwelt, der Politik und aus dem privaten Leben, abseits jeden Scheinwerferlichts.

Nun kam gestern ein weiterer Name auf die Liste, der mich persönlich von all den Promitoden (davon hatten wir dieses Jahr wahrlich genug) am meisten getroffen hat. Unerwartet, fies und schmerzhaft.

Während andere Mädchen von Märchen- und Disney-Prinzessinnen träumten und sich in große Schlösser mit dem schicken Prinzen auf dem weißen Pferd träumten, wollte ich nichts sehnlicher als in einer Galaxy weit, weit entfernt mit den Rebellen – deren Prinzessin ich gewesen wäre – gegen das Imperium an der Seite von Luke Skywalker und Han Solo (meinem Traumprinzen, ganz ohne Pferd aber mit Rasenden Falken) kämpfen.
Prinzessin Leia hat meiner Generation gezeigt, dass eine Prinzessin durchaus mutig, tapfer, klug und frech sein durfte. Carrie Fischer, die Person hinter der Rolle, die sie weltberühmt gemacht und nie mehr losgelassen hat, war all das. Sie sprach offen über ihre psychischen Probleme, ließ sich nicht stigmatisieren und kämpfte tapfer gegen die Alkohol- und Drogensucht. Dabei hat sie nie den, für sie so typischen, Humor verloren, war stets schlagfertig und alleine ihre Tweets waren einen Blick in die sozialen Medien wert.

Wer meine Romane kennt, der weiß, dass Star Wars mich geprägt hat, seitdem ich ein kleines Mädchen war. Pippa aus ‚Versehentlich verliebt‚ sucht ihren Han Solo, Ella, Ben und Jasper aus ‚Ewig und eins‚ vergleichen sich bei ihrer nächtlichen Autofahrt mit den Helden dieser Sternensaga.
Ich kann behaupten, ohne diese Filmreihe würde ich nicht schreiben, hätte nie beim Film gearbeitet und wäre nie so kreativ aktiv, wie ich es bin. Inspiriert von George Lucas‘ Meisterwerk wollte ich immer etwas Kreatives machen, als meine Freunde sich für den sicheren Weg und eine Ausbildung bei der Volksbank entschieden haben.
Prinzessin Leia war die Heldin meiner Jugend.
Carrie Fisher aber ein Idol für das Leben danach – und natürlich das Schreiben. Ihre Bücher haben mich fasziniert, begeistert und angespornt mit jedem Buch besser werden zu wollen.

Nun ist sie gegangen, wie es für eine Prinzessin von einem anderen Stern wohl richtig ist, im Flug.

Dennoch viel zu früh.

May the force be with you. Cause we can be heroes, dancing in the Purple Rain. After all this time? Always.

 

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  1. Danke für diesen Artikel. Sehr berührend. Perfekt. Sie bleiben alle unvergessen. Auch durch deine Worte.
    Thomas

  2. Liebe Adriana,
    jetzt habe ich Tränen in den Augen, weil du genau die Leute nennst, die auch mir meine Kindheit und Jugend verschönert haben. Du hast genau die richtigen Worte gefunden. DANKE!
    Deine Kerstin

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